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Herrn Waschulewskis vollkommen unmaßgebliche Meinung zu St. Pauli, Fußball und dem ganzen Rest.

Nick Hornby hat recht: seinen Fußballverein sucht man sich nicht aus.
Er wächst dir zu.

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Ich bin nun fast 30 Jahre Hamburger und St. Paulianer. Ich nahm in den ersten zehn Jahren mit nur mäßigem Interesse zur Kenntnis, was der Stadtteilverein so trieb. Manchmal schloss ich abends die Apotheke ab und sah helles Flutlicht hinter der Annenstraße. „Da ist wohl heute ein Spiel“. Und ging nach Hause.

Heute undenkbar. Ein Freund hat mich – damals, noch im letzten Jahrhundert – mitgenommen in die Nordkurve. Ich stand brav an für die Karte. Die gab’s noch am Eingang. Und im nächsten Spiel wieder. Beim dritten Mal hatte ich die Dauerkarte. Nochmal zwei Wochen später war ich Mitglied im Verein. Und bin es sehr stolz heute noch.

So eine Stadtteilapotheke wie unsere ist ein Ort der Kommunikation. Fußball auf St. Pauli ist nicht nur Sport. Er ist Klammer, Konsens, er ist ein Lebensgefühl. Teil der Identität sehr vieler St. Paulianer. Und das ist gut so.

Meine Erlebnisse mit Fußball und dem Stadtteil werde ich hier niederschreiben. Streng subjektiv, mit braun-weißer Brille und völlig unmaßgeblich. In der Regel am Tag nach dem Spiel des Vereins unseres Herzens.

Ich freue mich auf Gespräche über unseren Fußball in der Apotheke und auf eure Reaktionen unter info@apo-paulinenplatz.de und bei facebook.
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.P.S. Meine "unmaßgebliche Meinung" werde ich - im Gegnsatz zu manch anderen - nur dann kundtun, wenn ich auch dabeigewesen bin. Zumindest im Fernsehen. Wenn ich dann AM TAG DANACH hier vor dem Apothekenrechner sitze (und die erste Aufrgung sich gelegt hat) werde ich von meinen braun-weißen Erlebnissen berichten.

Osterfestspiele gehen eigentlich anders.

FC St. Pauli - Kickers Würzburg 1 : 0
Paulinenplatz, den 18. April 2017

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Das Spiel war noch gar nicht alt. Und da waren wir uns schon einig: „Die Tabelle lügt nicht. Wir stehen zu Recht da, wo wir stehen“. Auf einem Abstiegsplatz.

Wohlmeinende formulieren das so: es ging bei beiden Mannschaften unten auf dem Rasen um viel. Eigentlich um alles. Sechs Spiele vor Schluss darf man nicht wackeln. Nicht mit diesen wenigen Punkten im Rücken.

Und so kommt das heraus, was herausgekommen ist. Krampffußball. Ballgeschiebe. Kein Wagnis, kein Risiko, nichts Überraschendes. Rückpässe, immer wieder Rückpässe. Das war arm. Beim Aufsteiger dieser Saison mag das angehen. Eines FC St. Pauli ist eine solche Verzagtheit nicht würdig.

Die erste Halbzeit war schlimm. In der zweiten Hälfte ließen die Hausherren etwas mehr spüren, wer am Millerntor – bitteschön – das Sagen hat. Aber gut gespielt haben sie immer noch nicht. Dass die Hollerbach-Elf aus Unterfranken sehr gut verteidigen kann, das wussten doch alle. Aber der Plan, wie ein Würzburger Bollwerk zu knacken ist, der war nicht erkennbar. Jedenfalls nicht von der Höhe der Gegengerade aus.
Es muss in der 85. Minute gewesen sein. Christian, auf dem Sitz neben mir, macht einem kleinen Buben eine Grundregel des Fußballs noch mal klar: „DU MUSST DRAN GLAUBEN. GLAUBEN! DANN KOMMT DA NOCH WAS.“ Das klang nach christlicher Osterbotschaft, traf aber ins Schwarze. „Buchti“ hatte – nach 87 Minuten erfolglosen Ackerns - einen genialen Moment. Von der Strafraumkante, straff, knapp über der Grasnarbe, ins kurze Eck. Allein diese Aufwallung von Mut vor dem gegnerischen Kasten war ein Tor wert. Das schlug trocken ein. Das waren drei goldene Punkte. Wir waren weg vom Abstiegsplatz.

Also: wie nach dem gefeierten Sieg in München, - es ist noch gar nichts entschieden! Da kämpfen noch andere um das Überleben in Liga Zwei. Jedes künftige Unentschieden lässt uns in der Tabelle um eine Position rutschen. Und das können wir uns nicht oft erlauben.

Schon in drei Tagen geht´s weiter. Im großen Rheinstadion. Da fahr ich hin. Richtig, ich habe aus Düsseldorf noch nie etwas mitgebracht. Aber das kann man ja ändern. Ich hör´s doch immer wieder: unsere Jungs spielen auswärts besser als zuhause.

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