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Vor dem Spiel ist nach´m Spiel. Betrachtungen eines Fußballträumers.

VfB Lübeck - FC St. Pauli 0 : 3
Paulinenplatz, den 22. August 2016

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Da gibt´s keine 2 Meinungen: dieser Pokalsieg war notwendig, war verdient und hat gutgetan. Nein, von einem Viertligisten lässt sich der stolze FC St. Pauli nicht auf der Nase herumtanzen. Lübeck hat anständig gespielt und anständig verloren. Mehr lässt sich zu diesem Spiel auch nicht sagen. Es war kein gutes Spiel. Von beiden Seiten nicht. Werde ich einfach nur abhaken. Zu einem Dreinull hat´s gereicht. Und das war ja der Sinn der Veranstaltung.

Ich stand an der Lohmühle im „Fan-Block“, gleich hinter dem Tor. Ohne meine vertrauten Fußballfreunde vom Millerntor. So hatte ich Zeit und Gelegenheit, mir dieses „Fan“-Spektakel mal näher anzuschauen. Kann es sein, so ging es mir durch den Kopf, dass die hier gar nicht wegen des Fußballs stehen? Jedenfalls ganz, ganz viele nicht. Was machen die denn hier? Singen, hüpfen, quatschen, Fahne schwenken, unendlich, immer hin und her. Und dazu laut schreien, wenn möglich irgendwas mit „Lübecker!!! Arschlöcher!!!“ Ein paar haben sich verbal ausgekotzt und andere haben fröhlich mitgemacht. Fanden das lustig.

Gar nicht lustig war die Truppe rechts von mir. Standesgemäß ganz in schwarz gekleidet. Kapuze drüber, Tuch vors Gesicht, Rauchfackel angezündet. Dass das im dichtgedrängten Block hochgefährlich ist, war denen schnurzegal. Hauptsache Megaspaß. Die Lübecker Dummszene, uns gegenüber, ließ sich nicht lumpen. Da wurde gleich mit Raketen geschossen. In unsere Richtung. Die brannten auf dem Spielfeld ab. Das Spiel war unterbrochen.
Oben am Zaun, mit dem Rücken zum Spielfeld, hingen drei Buben mit Megaphon. Nicht ein Wort zur Beruhigung kam von denen, nichts zur Deeskalation. Stattdessen „Schalalala- Magischer- FC“ und anverwandtes. „Linker Arm hoch! Jetzt alle zusammen …“ Ich finde das peinlich. Ich möchte keine Vergleiche mit den bekannten Stadioninszenierungen ganz linker und ganz rechter Herkunft machen. Aber erschreckt hat es mich schon, mit welcher Lust sich junge Erwachsene hin- und herbrüllen lassen.

Abmarsch. Eine halbe Stunde werden wir alle im Stadion festgehalten. Die Polizei ließ niemand aus dem Gästeblock raus. OK. Wenn´s der Sicherheit dient, soll es mir recht sein. Dann der Weg durch dunklen Wald und durch die Stadt zum Bahnhof. Links, rechts, vorne, hinten, überall Polizeikette. Hatte so was von Raubtieren im Zirkus. Ganz kecke Lübecker Buben brüllten von draußen immer mal wieder ein „Scheiß St. Pauli! Scheiß St. Pauli!“. Im Millerntorstadion geben wir dafür gerne einen ironischen Applaus. Dann ist Ruhe. Hier aber finden unsere Jungs immer mal wieder Gelegenheit, aus dem Block auszubrechen und Grün-Weisse zu jagen. Die Polizei fängt sie wieder ein. Dafür gibt es dann ein kollektives „Wir wolln keine Bullenschweine!“ Hirnies! Ohne diese „Bullen“ würden wir durch die ganze Stadt gejagt. Vielleicht wollt ihr das ja. Ich aber nicht.

Jetzt sind wir vom Fußball ganz weit weg. Oder doch mittendrin? Fußball als Bühne für kaputte Sebstdarsteller, mit guter Gelegenheit, Hass und Gewalt auszuleben?

Ich habe vom „Fan-Block“ erst mal die Nase voll. Auswärtsfahrten bitte nur noch mit gehörigem Abstand!

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